Information_Interface

Seminar an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

Diplom-Designer Christoph Luchs lehrte das Seminar Information_Interface zwischen 2008 und 2012 innerhalb des Moduls Grundlagen der Gestaltung von Prof. Alexandra Martini im Studiengang Kommunikationsdesign.
Im Vordergrund des Seminars standen die Vermittlung der Grundlagen von Informationsarchitektur und Interface Design.

Neuartiges Lern- und Lehrkonzept

Damit wurde nicht nur thematisch Neuland beschritten: das Seminar bestand aus einer Kombination von Meetings, Übungen, Gruppenarbeiten und theoretischen Blöcken als Vorlesung. Als Wochenendseminar von Freitag bis Sonntag wurde gewährleistet, damit sich die Studierenden intensiv mit dem Thema auseinandersetzen können. Als Einstieg wurde ein Brainstorming gewählt, das mit einer anschließenden Übung in Zweierteams vertieft wurde.

User Interface Design: Gestern – Heute – Morgen

Anschließend folgte eine kompakte Vorlesung zur Herkunft, Gegenwart und Zukunft des User Interface Designs sowie der Mensch-Maschine-Schnittstelle. Ausgehend von den Eindrücken entstand häufig eine spontane Diskussion um Zukunftstechniken wie Google Glass, der Vorhersage von menschlichen Entscheidungen oder der Transparenz unseres digitalen Lebens.

Gruppenarbeit mit Themenwahl

Im Zentrum des Seminars stand der gemeinsame Entwurf eines Interfaces nach thematischer Vorgabe. So konnten sich die Studierenden anhand eines methaphorischen Baukastens ein Thema aus verschiedenen Zielgruppen (Kinder, Geschäftstätige, 60+) einem Ort (In einer fremden Umgebung, im Supermarkt, Zuhause) und einer Handlung (Orientierung, …) kombinieren.

Phasen des User Interface Designs

Ausgehend von dem gewählten Thema hat sich anschließend die Gruppe aus drei bis vier Studierenden beraten, was und wie umgesetzt werden soll. Die Gestaltung sollte sich an den üblichen Schritten im Interface Design orientieren: Moodboard, Persona, Storyboard, Layout, Screendesign und Prototyp. Drei Fallbeispiele mit verschiedenen Aufgaben und Rollen mussten mit der Interface-Idee umsetzbar sein.

Überraschende Ergebnisse und Produktideen

Nach einer eintägigen Entwurfsphase folgte die Vorbereitung der Präsentation. Die Interface-Ideen wurde von den Gruppen im Plenum anhand von zwei typischen Szenarien vorgetragen. Dabei wählten die Studierenden ganz individuelle, überraschende und unterhaltsame Präsentationen. So wurden Getränkeautomaten in Lebensgröße nachempfunden, digitale Sprachsteuerung simuliert oder Szenen zwischen Touristen, die sich nicht auf einer Sprache verständigen können, theaterreif nachgespielt. Jede Gruppe entwickelte eine überzeugende Produkt- oder Serviceidee, die in ähnlicher Form wenige Jahre später im Handel zu entdecken war oder heute kurz vor der Produktreife steht.

Interface Design ist auch Industrial Design

Obwohl das Seminar im Studiengang Kommunikationsdesign angesiedelt ist, sollte es den Studierenden vermitteln, dass unterschiedliche Disziplinen an der Gestaltung eines Interfaces beteiligt sind und nur dann sinnvolle Ideen entstehen, wenn Designer über ihren Tellerrand schauen. Dabei gab es je nach Produktidee auch Ausflüge in das Produktdesign und Themen wie Ergonomie oder Usability wurden mit dem Dozenten und Tutoren diskutiert. In der Vorlesung wurden Kommunikations- und Sensortechniken vorgestellt, damit die Designstudenten auch eine Idee davon entwickeln konnten, was in den nächsten Jahren Alltag sein wird.

Fazit: Gruppenarbeit

Die moderne und gruppenorientierte Form war für die Studierenden eine willkommene Abwechslung in der Uni-Praxis aus reiner Vorlesung oder Design-Übungen im wöchentlichen Abstand. Abschließend wurden von den Studierenden die Gruppenarbeiten durchgehend positiv bewertet. Für viele war dies die erste Gruppenarbeit während des Studiums!

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