Design Praktikum und Workshop bei Cogneus Design in Marburg

Ein Wort zum Praktikum

von Jonathan Mylius

Da war ich nun also bei den Künstlern. Angekommen als Schüler in der Welt des richtigen Arbeitens mit Kuchenpausen, gemütlichen Computersesseln und Pfefferminztee oder heißem Kaffee. Was für den Laien nach purer Entspannung klingen mag, ist für Kenner nichts anderes als harte Arbeit.

Die Kreativen dieser Welt – sie sind gezählt. Da wundert es nicht, wenn man sie pflegen muss, damit sie zu kreativen Höchstleistungen kommen. Ist ja auch nicht so einfach auf Telefonanruf Ideen zu liefern. Dass merkte ich auch als Praktikant.

Ein Moodboard. Nicht nur das Wort war mir zu Beginn fern auch eine Umsetzung schien mit Stift und Kleber nicht ganz so einfach. Nachdem ich als geborener Linguist drei Namen für drei fiktive Kopfhörerhersteller gefunden hatte, sollte ich alles, wirklich alles, was mit den drei Marken in Verbindung gebracht werden kann auf eine Pappe kleben. Dass diese Methode als wunderbarer Ideengeber fungieren kann, erschloss sich mir leider erst hinterher.

Mit den gesammelten Ideen ging es nun ans Erscheinungsbild der drei Firmen am PC Mac. Doch zuvor mussten passende Schriften gefunden werden. Wie man sich für Schriften faszinieren kann, fragte ich mich. Nach einer Zeitreise durch die Welt der Fonts, weiß ich nun auch dies. Diverse Kombinationen wurden ausprobiert. Große Schrift, kleine Schrift, Sperren oder nicht, Versalien oder keine. Glücklicherweise war ich ja nicht alleine und so stand mir das gesamte Team von Cogneus mit Rat und Tat beiseite.

Mit der Erwartung zu sehen, wie ein neues Projekt von Profis angegangen wird, ging ich in unser sogenanntes HoBo-Praktikum (Hochschul-und Berufsorientierung). Gleich zu Beginn ging es um einen so noch nie dagewesenen Auftrag. Der Messeauftritt eines Packungsbeilageherstellers. Dass es so etwas in Marburg gibt, erstaunlich. Ebenso erstaunlich war für mich wie viele Gedanken man in den Aufbau eines Messestandes stecken kann. Ob der Kunde diesen Aufwand schätzt?

Dem Ottonormalverbraucher fällt gut gemachtes selten auf. Aber sie meckern bei den kleinsten Fehlern. Eigentlich unfair. Ist wohl auch ein Grund dafür, dass Grafik-Designer bei Cogneus Perfektionisten sind – etwas anderes habe ich ehrlich gesagt auch nicht erwartet. Auch diskutiert haben wir. Über das Marburg-Logo, obwohl es doch ganz deutlich die Dynamik und die Altstadt charakterisiert.

Vorletzter Tag. Der Kunde aus Mallorca rief wieder an. Ob Jacob morgen den ganzen Tag für ihn Zeit habe, wollte er wissen und ob er ihn gerade aufgeweckt hätte. Dass man da einen heißen Kaffee braucht. Verständlich. Ach so. Ein Praktikum bei Cogneus kann ich natürlich wärmstens empfehlen.

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